Guter Schritt, aber kein großer Wurf für die Verkehrswende

Landesjobticket gibt es schon für 24 Euro im Jahr, Schülerticket soll 360 Euro kosten?

Zur Ankündigung von Preissenkungen im ÖPNV in Kiel in der heutigen Ausgabe der Kieler Nachrichten erklärt der Kieler Landtagsabgeordnete Tobias von der Heide:

„Das Land ist bei dem Thema ÖPNV in dieser Legislaturperiode schon forsch vorangegangen. Das landesweite Semesterticket ist ein voller Erfolg. Studentinnen und Studenten, auch aus dem Kieler Umland, können so kostengünstig auf das Auto verzichten. Erste Erfahrungen zeigen, dass das Ticket sehr gut angenommen wird.

Ebenso wird die Einführung des Job-Tickets ein überzeugendes Angebot sein. Mit Unterstützung des Arbeitgebers wird ein Monatsticket bereits ab 2 Euro erhältlich sein. Damit gibt es für 24 Euro im Jahr ein Jahresticket. Ein Quantensprung, um den ÖPNV attraktiver zu machen und Menschen zum Umsteigen auf den Bus zu überzeugen.

Dass es von der Rathaus-Kooperation nun Pläne gibt, den Ticketpreis und die Kosten für Schülermonatskarten auf 360 Euro im Jahr zu reduzieren ist auch ein Schritt in die richtige Richtung, aber kein großer Wurf. Schülerbeförderung ist eine kommunale Aufgabe. In vielen Kreisen ist die Schülerbeförderung bereits kostenlos. Daneben ist es unwahrscheinlich, dass sich durch diese Maßnahme wirklich viele Eltern zusätzlich dazu entscheiden, ihren Kindern eine Jahreskarte zu kaufen. Dafür ist die Preissenkung nicht hoch genug. Das gilt auch für die allgemeine Preissenkung des Einzeltickets. Der Schritt ist richtig, aber nicht mutig genug.

Dabei wird deutlich: Wer die Verkehrswende wirklich will, muss Menschen von anderen Angeboten überzeugen. Das geht nur über attraktive Verbindungen und den Preis. Das ist der richtige Weg, um eine Verkehrswende voranzubringen. Dafür stehen wir auch für eine überparteiliche Zusammenarbeit bereit. Ich glaube wir wären weiter, wenn die Ratshauskooperation mehr an diesem Ziel arbeiten würde, anstatt Straßensperrungen und Poller im ganzen Stadtgebiet voranzutreiben. Das führt nicht zu einer gemeinsamen Verkehrspolitik in Kiel“.

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